Offenes Feuer an einem Spätsommerabend

Neues vom Zündling: Ode an den Spätsommer.

Es gibt einen Tag im August, an dem sich das Licht ändert. Man kann ihn nicht im Kalender markieren, und er kündigt sich auch nicht an. Man tritt morgens vor die Tür, und die Sonne steht anders. Flacher. Die Schatten sind länger als gestern, das Grün der Wiesen hat einen Stich ins Gelbliche, und über den Feldern hängt ein Licht, das man im Juni nirgends findet.

Der Grund dafür ist banal und trotzdem schön. Die Erde hat sich weitergedreht, die Sonne steht tiefer, ihr Licht legt einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück. Unterwegs verliert es die kurzen, blauen Wellenlängen – übrig bleibt das Warme. Physiker nennen das Rayleigh-Streuung. Alle anderen nennen es die schönste Zeit des Jahres.

Rainer Maria Rilke hat den Moment am 21. September 1902 in Paris aufgeschrieben, in einem Gedicht, das jeder kennt und kaum jemand zu Ende liest. Es beginnt mit der berühmten Zeile: Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Und es endet, drei Strophen später, sehr viel ungemütlicher, als der Anfang vermuten lässt – mit einem Menschen, der kein Haus mehr baut und lange Briefe schreibt. Rilke war siebenundzwanzig, hatte kein Geld und in Paris keine Wohnung, in der er hätte heizen können. Man merkt es dem Text an.

Der Spätsommer ist nämlich keine gemütliche Jahreszeit. Er ist eine unentschiedene. Zu warm für den Pullover, zu kühl für das Hemd. Die Tomaten sind noch da, die Schwalben schon weg. Man weiß, dass es vorbei ist, aber es ist noch nicht vorbei. Genau in dieser Unentschiedenheit liegt sein ganzer Reiz – und wahrscheinlich auch der Grund, warum es unzählige Herbstgedichte gibt, aber kaum Spätsommerlieder.

Der erste Abend

Und dann kommt er, dieser eine Abend. Man sitzt draußen, es ist halb neun, die Sonne ist gerade weg, und es wird nicht mehr richtig warm. Nicht kalt. Nur eben nicht mehr warm.

Man könnte reingehen. Macht man aber nicht. Man holt Holz.

Das ist der ehrlichste Moment des Jahres, was das Feuer angeht. Im Januar heizt man, weil man muss. Im August macht man Feuer, weil man will. Niemand friert. Niemand braucht Wärme. Man zündet etwas an, weil ein Abend mit Feuer länger dauert als einer ohne – und weil man den Sommer noch nicht gehen lassen möchte.

Es gibt vermutlich keine ältere menschliche Geste als diese. Lange bevor irgendjemand Feuer zum Kochen oder Heizen brauchte, saßen Menschen abends darum herum und schauten hinein. Die Anthropologin Polly Wiessner hat bei den Ju/'hoansi in der Kalahari beobachtet, dass Gespräche am Tag vor allem von Arbeit, Besitz und Streit handeln – und die am Feuer nach Einbruch der Dunkelheit fast ausschließlich von Geschichten. Das Feuer verlängert nicht nur den Tag. Es ändert, worüber gesprochen wird.

Insofern ist der Spätsommerabend am Feuer keine Nostalgie, sondern ein sehr alter Trick: Man hält den Tag noch zwei Stunden fest, indem man ihn beleuchtet.

Zum Praktischen

Wer im August draußen Feuer macht, kämpft selten mit Kälte, dafür oft mit Feuchtigkeit. Das Holz stand im Schuppen, die Feuerschale draußen, und die Luft ist abends schwer. Der Bängalo ist für genau solche Abende gemacht: rund fünfundvierzig Minuten große Flamme, unempfindlich gegen Nässe, in Stücke brechbar, wenn es weniger sein darf. Für den Grill, der noch einmal ran muss, genügt der Zündling® mit seinen zehn Minuten.

Beide bestehen aus Holzwolle und Wachs. Das ist keine Poesie, sondern eine Zutatenliste – aber immerhin eine kurze.

Der Sommer war sehr groß. Es ist Zeit. Aber noch nicht ganz.

Die Holzwolle unserer Anzünder stammt aus FSC®-zertifizierter Forstwirtschaft. FSC® C106855.

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